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Presse

 

7. und 8. November 2009 - Konzert “Männer! ... das erste Mal”

Festhalle Kirchardt

 

Presseartikel der Heilbronner Stimme von Christine Weller

 

Diese Männer braucht man eben

 

Kirchardt - Solch einen Abend hat die Kirchardter Festhalle noch selten erlebt: Der etwas andere Chor "Männer!" gestaltete bei seinem ersten eigenen großen Konzert zwei Stunden A-cappella-Comedy vom Feinsten vor rund 400 Zuschauern. Immer wieder unterbrachen Jubelrufe und Zwischenapplaus die Darbietungen der 13 Sangeskünstler.

Mitreißend Egal ob das nun Kurt aus der Schweiz war, den Chorleiter Stefan Fieser als Gast mit der längsten Anreise unter dem Publikum ausgemacht hatte, oder Pfarrer Peter Malejka - die vielen Fans wurden mitgerissen von diesem Bombardement aus Klang, Gefühl und herzhaftem Humor. Alles freilich versehen mit der frischen Handschrift des Chorleiters Stefan Fieser, der Vorbilder wie Basta, Wise Guys, und Comedian Harmonists zwar noch erkennen ließ, aber durch eigene Akzente herrlich aufgepeppt hat. Dazwischen präsentierte sich jeder Sänger auch als witzig plaudernder Moderator und vor dem Hintergrund des locker agierenden Gesamtchors als beachtlicher Solist. Effektvoll erwies sich dabei der in wechselndes Scheinwerferlicht getauchte Laufsteg vor der Bühne. Was tat's schon, dass Uli Appenzeller bei seinem hinreißend interpretierten “In the still of the night” noch sein bunt kariertes Hemd trug, in dem er sich beim Einzug als Badener Bursch präsentiert hatte: Dieses Solo ging genauso unter die Haut wie "Die zweite Geige" mit der Klavierbegleitung Stefan Fiesers und der hinreißend gespielten Violine Vera Schneiders aus Rohrbach.

Beziehungskisten Dass man beim Singen quasi nebenher auch noch Mundharmonika und Gitarre bedienen kann, bewies auf atemberaubende Weise Bernd Reinke beim fetzig-volkstümlichen Fürstenfeld. Weiter ging's zunächst über Altbekanntes wie "Veronika, der Lenz ist da", "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" oder "Das Mädchen und der Matrose". Den unverwüstlichen “Drunken Sailer” haben die Männer frech entstaubt und sich dann, teils keck, teils augenzwinkernd sentimental, mehr oder weniger intakten Beziehungskisten gewidmet. “Nur für Dich” beklagte etwa Tobias Bohn die Aufopferung für eine undankbare Geliebte. "Du tropfst" behauptete dagegen Timo Appenzeller und hatte Angst um sein Parkett; zum “Wild Thing” wurde schließlich Matthias Trunzer. Umwerfend hauchte “Lolo” Jochen Karl einem “Bratislava Lover” Leben ein. Dieser hinreißende Bursche, der neben einer weichen Stimme seinen nackten Bauch präsentierte, war ein Extra-Bonbon für manche Frau im Publikum.

Doch es ging dem Ende zu, und das von Hermann Laufer innig interpretierte “Time to leave” glättete die Stimmungswogen. Die Besucher aber nahmen als feste Überzeugung die selbstbewusste Behauptung des Chors mit: "Männer braucht man eben". Vom Chor “Männer!” aus Kirchardt (und Grombach!) wird man noch viel hören.

 

 

 

Presseartikel der Rhein-Neckar-Zeitung von Ira Betz

 

Männer mag man eben

 

Kirchardt. (ibe) Sie füllen ihre Hallen schon gleich beim "Ersten Mal". Sie lehren Schweizer das Fürchten, und es gibt sie in Latzhose, Karohemd oder Anzug. Sie sind "Männer!". Beim ersten eigenen Konzert der A-Capella-Gruppe aus Kirchardt und Bad Rappenau-Grombach präsentierten die 13 Sänger, darunter Chorleiter Stefan Fieser, ihr Können vor mehr als 400 Zuschauern.

Vor drei Jahren traten die Sänger zum ersten Mal gemeinsam auf. Zwei Zusatzkonzerte wurden eingerichtet, um die enorme Nachfrage zu bewältigen. Das Badnerlied erklang. Mit Pauken und Trompeten zogen 13 Männer in die Festhalle ein wie in glücklichen Zeiten der KSC ins Stadion mit gefüllten Rängen. Das Schwenken der gelb-roten Fahne hat schon das Zeug zum Ritual, denn mehrfach hatten die Sänger bei Auftritten mit anderen Chören ihre Gesinnung auf den Lippen und vor sich her getragen. Auch die Zuschauer kamen nicht nur aus umliegenden Orten. Kurt aus der Schweiz hob bei der Umfrage die Hand - und er musste bei den Ansagen leiden. Dafür hatte er in der ersten Reihe den Bühnenblick frei. Dass das Ensemble mit "Der etwas andere Männerchor" wirbt, konnte er hautnah überprüfen. Nie dasselbe ist die Aufstellung auf der Bühne, wenn von Aufstellung überhaupt die Rede sein kann. In Bewegung bleiben, die Blicke und Ohren fesseln, scheint ein Leitspruch der "Männer!" zu sein. Mal beim Solo auf dem Laufsteg sitzend, ins Publikum laufend oder eine bestimmten Choreografie folgend, sang der Chor insgesamt 23 Stücke.

Dabei scheuten die Herren auch vor schwarzem Anzug und Krawatte nicht. Ansonsten wechselte die Gruppe von blassrosa Chor-Polo und Jeans zu Jogginghose, Holzfällerhemd und bedrucktem T-Shirt. Kein Modediktat also, keine falsche Bescheidenheit, denn "Männer mag man eben", sang das Dutzend plus eins beim ersten Lied.

"Von der leeren Halle" hatte Stefan Fieser noch in der Nacht vor dem Aufzug geträumt. Nur die Putzfrau sei in der letzten Reihe gesessen. Doch die Sorge war unbegründet. Vom ersten Lied bis zur letzten Zugabe zeigte sich ein munteres Mitmach-Publikum. Balladen, Ernstes oder klassische Chorliteratur hatten "Männer!" im Repertoire.

In einer Schreinerwerkstatt probten die Comedy- und A-Capella-Gesang vereinenden Männer für ihren Auftritt. Die traurige Ballade "Die zweite Geige" der Kölner A-Capella-Gruppe "Basta" interpretierten die Kraichgauer ebenso gefühlvoll wie auch "Time to leave".

Ein Mann, ein Solo, könnte man es auf den Punkt bringen, denn jeder der 13 Männer übernahm neben Teilen der Moderation auch mindestens ein Gesangssolo. "Du tropfst", brachte es zum Beispiel Timo Appenzeller als jüngster Sänger auf den Punkt.

"In the Still of the night" interpretierte Ulrich Appenzeller, nicht ganz umsonst vom Chor zum "Oberschmusesänger" ernannt, und Jochen Karl verkörperte sozusagen den "Bratislava Lover". Die "Männer!" widmeten sich auch sowohl Klassikern der Comedian Harmonists wie "Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen" erfolgreich als auch modernen A-Capella-Stücken wie "Die Welt auf den Kopf gestellt".

 

 

 

 

 

Aktualisiert: 11.11.2009